Auch wenn das Wetter uns inzwischen schon ein paar frühlingshafte Tage beschert hat, das politische Klima ist kälter geworden, seit unser Staat zum Hehler von gestohlenen Daten geworden ist, denn wem kann man es jetzt noch verdenken, wenn er sich im Sinne höherer Werte (die angebliche „Steuergerechtigkeit“) über Gesetze und moralische Verpflichtungen hinweg setzt?

Die Realität der Steuergerechtigkeit bedeutet bei uns, dass wir seit vielen Jahren Mineralölsteuer und Solidaritätszuschlag bezahlen und die einzigen Straßen, die davon gebaut werden, sind Radwege, wobei der Rest der Milliarden irgendwo im Staatshaushalt versackt.

Ich habe überhaupt nichts gegen Radwege, aber wer braucht einen knapp 1 km langen Radweg zwischen Aiterbach und Hochstätt mit gewaltigen Erdbewegungen und einem Investitionsvolumen von 400.000 EUR (hoch gefördert!), wenn ein paar Meter daneben der Chiemsee-Uferweg verläuft, auf dem das Fahren viel schöner ist als neben der Hauptstraße und weit weg vom See. Die Akzeptanz dieser Investition in der Bevölkerung ist vorhersehbar, wie man übrigens schon heute an dem anschließenden (vor 10 Jahren gebauten) Teilstück des Radwegs Richtung Wolfsberg beobachten kann.

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Ortseinfahrt Prien ST 2092

Dem gegenüber sind viele Hauptstraßen so marode, dass man Angst haben muss, sich die Reifen/Felgen/Achsen zu ruinieren. Was schon seit Jahren so ist (z.B. in der Bernauer Straße in Prien), ohne dass irgendetwas entscheidendes passiert. 

Aus der Haftung kommen die Behörden dabei, indem sie Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen, die helfen, das Bußgeldaufkommen zu erhöhen, womit wieder neue Radwege gebauten werden können. Schön, dass wir uns täglich darüber ärgern dürfen. Aber halt, vielleicht werden ja die Nachzahlungen und Strafen der nun ertappten Steuersünder in die Reparatur unserer Straßen gesteckt?

So hätte ja, wie die Politiker betonen, alles wieder einen guten Zweck (der die Mittel heiligt) und mir bliebe als Schlusswort nur ein herzliches:

„Vielen Dank, liebe Politiker“

Prien, Ende März 2010

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